Tagungsdokumentation

Fachtagung "Gestaltung partizipativer Prozesse"

Am 27.- 28. Januar wurde im Rahmen des Projektes "Gut leben in NRW" die 1. große Abschlussveranstaltung mit dem Titel "Gestaltung partizipativer Prozesse" veranstaltet. Die Tagung wurde gemeinsam mit der Fachhochschule Bielefeld, welche die wissenschaftliche Begleitung sicherstellte, veranstaltet. Bei dieser Fachtagung wurden verschiedene Aspekte von Teilhabe diskutiert und Handlungsmöglichkeiten für die Gestaltung von Prozessen dargestellt, die die Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen.

 

Um einen Einblick in die Veranstaltung zu bekommen besuchen Sie gerne folgende Seite: https://www.fh-bielefeld.de/presse/filter-fb/mehr-einflussmoeglichkeiten-fuer-menschen-mit-behinderung

 

Zudem finden Sie auf der Seite der FH Bielefeld den ersten Teil der Tagungsdokumentation. Mit diesem Link gelangen Sie direkt zur Website: https://www.fh-bielefeld.de/gut-leben-in-nrw/abschlussveranstaltung

 

3. Fachtag in Dortmund

Am 29. September 2015 haben sich rund 85 Menschen getroffen, um sich auszutauschen und zu informieren über das Thema Freizeit im Leben von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf.

 

Aus diesem Grund wurden neben einem Einführungsvortrag zum Thema, viele Beispiele aus der Praxis vorgestellt, die zeigen wie inklusive Freizeitgestaltung gelingen kann.

 

Herr Jun. Prof. Dr. Ingo Bosse lehrt an der Technischen Universität Dortmund am Fachbereich Rehabilitationswissenschaften und stellte die Wichtigkeit von Freizeit im Leben von jedem Menschen in seinem Einführungsvortrag heraus.

Herr Bosse machte deutlich das Freizeit, neben Zeit die für eher unfreiwillige oder zweckgebundene Aufgaben aufgewendet wird, eben genau die Zeit ist im Leben, in der sich Menschen frei entfalten können und diese Zeit sei für Menschen mit und ohne Behinderung wichtig. Zudem erörterte er, dass ebenfalls aus der Forschung bekannt ist, dass die Teilhabe an inklusiven Freizeitangeboten die physische, mentale und soziale Gesundheit fördert.  Dennoch und obwohl sich die Vertragsstaaten auf internationaler Ebene im Rahmen der UN-BRK verpflichtet haben eine gleichberechtigte Teilhabe am kulturellen Leben, Freizeit, Erholung und Sport zu ermöglichen, findet das Thema der Inklusion im Bereich Freizeit, in der Forschung sowie in der politischen Diskussion bisher kaum einen angemessen Raum.

Im Weiteren berichtete Herr Bosse im Rahmen seines Vortrages über ein Projekt mit dem Titel „Freizeit inklusiv gestalten“. Dieses Projekt wurde durch Herrn Bosse und einem Team der TU Dortmund,  in Kooperation mit dem LVR Zentrum für Medien und Bildung, durchgeführt. Im Rahmen des Projektes wurden Experten und Expertinnen befragt, die entweder Erfahrung in der inklusiven Gestaltung von Freizeitangeboten haben oder Angebote im Freizeitbereich machen, die bis jetzt noch nicht inklusiv sind. Ziel ist es, Wissen und Erfahrungen zu sammeln, wie Freizeitangebote für Menschen mit und ohne Behinderung gestaltet werden können und dieses Wissen an Anbieter weiter zu geben.

 

Im Anschluss an den Vortrag von Herrn Bosse, stellte Christiane Lemke gemeinsam mit sieben Mitgliedern den LEA-Leseclub aus Essen vor. - LEA steht für Lesen Einmal Anders. Das Konzept der Leseclubs kommt ursprünglich aus den USA. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland viele Leseclubs. Ziel der Leseclubs ist es, Menschen Zugang zu Literatur zu verschaffen-egal ob Sie lesen können oder nicht. In dem Leseclub soll der Spaß an Geschichten im Vordergrund stehen. Der Leseclub trifft sich einmal in der Woche in Essen um gemeinsam zu lesen oder Geschichten zu hören. Es werden Geschichten und Gedichte gelesen aber auch gerne Zeitungsartikel, die das aktuelle Tagesgeschehen behandeln.

 

Nach der Vorstellung des Leseclubs erläuterte Herr Manuel Salomon in seinem Vortrag rechtliche und finanzielle Fragen im Zusammenhang mit Freizeitassistenz. Herr Salomon ist Jurist beim Kompetenzzentrum  Selbstbestimmt Leben Westfalen in Dortmund.

 

Nachdem die Teilnehmenden einen Einblick in die rechtlichen Belange erhalten haben, stellte Herr Schreiber aus Dortmund das Projekt „Freizeit für alle“ der Lebenshilfe Dortmund vor. Das Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, Freizeitangebote so zu gestalten, dass Sie für Menschen mit und ohne Behinderung zugänglich sind. Innerhalb des Projektes werden Freizeitangebote organisiert und durchgeführt (z.B. Fußballturnier, Airbrushkurs, Stadtteilspaziergang u.a.). Zudem werden Anbieter von Freizeitangeboten wie Vereine beraten wie Ihre Angebote inklusiv gestaltet werden können. Und daneben findet zusätzlich eine Beratung für Menschen mit Behinderung statt. Hier erhalten Betroffene Informationen zu Angeboten und Hilfestellung bei der Wahrnehmung der Freizeitangebote.

 

Ein weiteres tolles Beispiel aus der Praxis haben uns Mitglieder des Fanclubs "All Inclusive" aus Krefeld vorgestellt. All inclusive ist ein Fußball Fanclub und feuert den FC Uerdingen bei Heim- aber auch Auswärtsspielen an. Olaf Janßen hat uns beschrieben, wie ein inklusiver Fanclub funktioniert, das Spannende ist - er funktioniert wie jeder andere Fanclub auch. Vor einiger Zeit erklärte Herr Thelen, er arbeitet als Sozialpädagoge bei einem sozialen Dienstleister, dass er bemerkte dass etliche Menschen mit Behinderung ein Interesse am FC Uerdingen haben. Er beschloss daraufhin einen der bestehenden Fanclubs bekannt zu machen mit Menschen mit Behinderung. Das war der Start für den inklusiven Fanclub. Mittlerweile werden Fahrten zu Auswärtsspielen in voller Selbstverständlichkeit gemeinsam organisiert und es wird gemeinsam um jeden Sieg geschwitzt sowie um jede Niederlage getrauert. Aber trotz der positiven Situationen kommt es für die Mitglieder mit Behinderung auch immer noch zu unangenehmen Momenten. Denn leider sind nicht alle Stadien auf Menschen mit einer Körperbeeinträchtigung eingestellt. Das heißt in der Realität, obwohl entsprechende Anfragen gestellt wurden, dass Menschen die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, vor deutlichen Problemen stehen ein Stadion zu betreten.
Herr Nolte berichtete uns über den Verein "Freizeit ohne Barrieren e.V." der Menschen mit Behinderung die Möglichkeit bietet, selbstbestimmt Urlaub zu machen. Der Verein kommt aus Paderborn und besteht aus einem Team von insgesamt 400 ehrenamtlichen Reisebegleiterinnen und Reisebegleitern. Die ehrenamtlichen Begleitpersonen werden vom Verein geschult. Themen in den Schulungen sind bspw. Grundpflege, Umgang mit dem Rollstuhl, Diabetes-Schulung u.a. Die Verantwortung für eine Gruppenreise übernimmt eine ausgebildete Reiseleitung.

Neben Gruppenreisen, können vom Verein auch Einzelreisen begleitet werden. Dabei ist es dem Verein wichtig, dass der oder die Reisende und die Reisebegleitung ein gutes Team sind. Nur wenn sich beide Parteien im Vorfeld der Reise kennen gelernt haben und sich beide sicher fühlen, wird eine Reise geplant. Die Reisebegleitung kann von privaten Mitgliedern des Vereins in Anspruch genommen werden.

 

Die Informationen bzw. Vortragspräsentationen der einzelnen Referenten*innen können Sie hier herunterladen:

 

Jun. Prof. Dr. Ingo Bosse_Einführungsvortrag

Christiane Lemke_LEA Leseclub Bücherliste

Manuel Salomo_rechtliche und finanzielle Fragen zur Freizeitassistenz

Robert Schreiber_Projekt Freizeit für Alle

Alexander Nolte_Freizeit ohne Barrieren

 

 

 

 

2. Fachtagung in Oberhausen

Am Freitag, den 8. Mai 2015 wurde die 2. fachöffentliche Tagung zum Thema „Gut leben in NRW – Leben und Arbeiten für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf in Oberhausen veranstaltet. Auch bei dieser Veranstaltung wurden wir erneut von Herrn Constantin Grosch als Moderator sowie von fachkundigen Referenten und Referentinnen durch den Tag begleitet.

Die Tagung wurde mit interessanten Vorträgen gefüllt zu den beiden Themen, „Die Bedeutung von Arbeit im Leben von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf - Gibt es Unterschiede zwischen Menschen mit und ohne Behinderung“ durch Herrn Prof. Dr. Stefan Sell und „Unterstützungsmöglichkeiten und Förderprogramme im Bereich Arbeit der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe“ durch Herrn Christoph Beyer.

 

Herr Prof. Dr. Sell sprach in seinem Vortrag über die Bedeutung von Arbeit im Leben eines Menschen. In diesem Zusammenhang stellte er, bezugnehmend auf die Erwerbsarbeit, den Begriff „Arbeit“ in Frage. Herr Prof. Dr. Sell stellte heraus, dass auch Tätigkeiten außerhalb der Erwerbsarbeit, wie z.B. die Pflege von Angehörigen zum Bereich Arbeit zählen. Allerdings diese Form von Arbeit, in unserer Gesellschaft oftmals nicht dieselbe Anerkennung findet wie die Form der Erwerbsarbeit. Damit brachte er zum Ausdruck welchen Stellenwert Erwerbsarbeit in unserer Gesellschaft hat und stellte eine Verknüpfung her, dass Erwerbsarbeit dem Menschen nicht nur dazu dient ein Einkommen zu beziehen, sondern ebenfalls einen sinnstiftenden Aspekt innehält.

Hierdurch wurde deutlich, dass die Bedeutung von Arbeit im Leben eines jeden Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, sehr hoch ist. Aus diesem Grund müssen sich diese Erkenntnisse auch in der Zugänglichkeit zum Arbeitsmarkt wiederspiegeln.

Im zweiten Vortrag berichtete Herr Christoph Beyer vom Integrationsamt des Landschaftsverbandes Rheinland über Förderprogramme der Landschaftsverbände in NRW. Zudem berichtete Herr Beyer auch über die Kostenstrukturen sowie über die rechtlichen Rahmenbedingungen bzw. die einzelnen Zuständigkeiten.

Im Weiteren wurden auf der Tagung zwei Best-Practice Beispiele vorgestellt. Zum einen das Magazin caput aus Iserlohn durch Frau Marianna Metta sowie Herrn Pascal Wink. Als weiteres Praxisbeispiel stellte Herr Manfred Kaune ein Inklusives Arbeitsprojekt aus Pulheim vor.

Zum Abschluss der Tagung fand eine Podiumsrunde statt, in der sich die Teilnehmenden,  unter Einbezug des Publikums, über die bisher gemachten Erfahrungen, die gegebenen Möglichkeiten aber auch die Grenzen im Bereich Arbeit für Menschen mit hohen Unterstützungsmöglichkeiten austauschten und diskutierten.

Die genauen Inhalte der Vorträge sowie der genannten Praxisbeispiele entnehmen Sie gerne den Präsentationen der Referenten und Referentinnen.

Hier finden Sie die Informationen zum Download: Prof_Dr_Sell_8_Mai   LVR_LWL_Herr_Beyer_8_Mai   Magazin_Caput_8_Mai    Inklusives_Arbeitsprojekt_8_Mai

 

1. Fachtagung in Dortmund

Am Freitag, den 27.02.2015  fand die erste fachöffentliche Tagung zum Thema "Gut leben in NRW - Leben und Wohnen für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf" in Dortmund statt.

Bei der Fachtagung wurden unterschiedliche Vorträge zu den Themen Sozialraum, Lebensqualität, Unterstützungsbedarf und über den Trialogansatz gehalten. Auf der Tagung führte uns Herr Constantin Grosch durch den Tag und die Referenten und Referentinnen wie Dr. Monika Seifert, Prof. Silvia Pöld-Krämer, Prof. Dr. Markus Schäfers und Georg Vollmer unterstützten die Tagung mit spannenden Beiträgen.

Als erste referierte Frau Seifert über das Zusammenwirken von Sozialraum und Menschen mit Behinderung. In diesem Zusammenhang stellte Sie Handlungsempfehlungen aus der Kundenstudie vor. Danach hielt Frau Pöld-Krämer einen Vortrag über Unterstützungsbedarf - Verknüpfung von Teilhabe und Gesundheit/Pflege. Direkt im Anschluss berichtete Herr Schäfers über Sozialraum und Lebensqualität und die Zufriedenheit von Menschen mit Behinderung  in Wohnheimen. Nach der Mittagspause hat Herr Vollmer über den Trialogansatz berichtet.

Am Nachmittag gab es eine abschließende Talkrunde mit Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus der Praxis. In dieser Runde tauschten die Gäste sich über Ihre Arbeit, Ihre Projekte sowie über Erfahrungen im Alltag in den Bereichen Wohnen und Freizeit aus. Zu den Personen gehörten Herr Schneider aus Köln von miteinander-leben e.V., Frau Carol aus Mönchengladbach von Menschen im Zentrum e.V., Herr Jäger und Herr Zittlau aus Bochum von der Diakonie Ruhr Wohnverbund Weitmar  sowie Frau Hermanns und Herr Linnert aus Düsseldorf vom PIKSL Labor.

Die genaueren Inhalte zu den einzelnen Vorträgen finden Sie hier:  SEIFERT_Sozialraum_Dortmund_27_02_15 Schäfers_Lebensqualität_Dortmund_2015-02-27 Pöld_Krämer_Unterstützungsbedarf_Dortmund_27_02_2015 Vollmer_Trialogansatz_Dortmund_27_02_2015